Dr. Karl-Heinz Gerstenberg

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Datum: 19.05.2012

Möglichkeiten und Grenzen Politischer Kunst im heutigen Russland

Diskussion

8. Oktober 16:00 bis 19:00
grünland

Diskussion mit

Maxim Neroda (Novosibirsk)
Mitglied der experimentellen Gruppe CAT (Contemporary Art Terrorism), Schwerpunktaktionen zum Umgang mit dem öffentlichen Raum, derzeit im Rahmen des Programmes Kulturmanager aus Mittel- und Osteuropa der Robert Bosch Stiftung in Dresden aktiv

Dmitrij Wilenskij (Sankt-Petersburg)
Künstler und politischer Aktivist. Initiator der kreativen Plattform «Tschto delat?» und Herausgeber der gleichnamigen Zeitung

Avdei Ter-Oganian (Rostov/ derzeit Prag)
Mitglied der Künstlergruppe «Kunst oder Tod», Leiter der «Schule der zeitgenössischen Kunst» und der «Radek-Gruppe» sowie Mitglied der Gruppen Eti, Nezesüdik und «Gegen alle Parteien». 1998 von der Moskauer Staatsanwaltschaft wegen «Schüren religiösen Hasses» angeklagt, seitdem im Exil lebend.

Ziel der Diskussion ist es, den gegenwärtigen Gebrauch der Kategorie des Politischen in der zeitgenössischen Kunst und Kultur im heutigen Russland zu hinterfragen. Dazu sind verschiedene russische KünstlerInnen und AktivistInnen eingeladen, um die Modelle Kunst und Politik und ihre Beziehungen zu diskutieren. Haben wir es gegenwärtig wirklich mit einer Politisierung der Kunst zu tun? Handelt es sich vielleicht nur um eine Ästhetisierung politischer Themen und Inhalte? Was ist der Wirkungsraum, was der Rahmen zeitgenössischer russischer Kunst unter den derzeitigen Rahmenbedingungen? Wie stellt sich Aktivismus heute dar, und in welcher Weise beeinflussen sich Kunst und Aktivismus gegenseitig? Ergibt es überhaupt Sinn, Kunst als Artikulationsmittel für gesellschaftliche und politische Anliegen zu nutzen? Welche Formen sollte eine solche Kunst annehmen? Und in welchem Kontext kann sie wirksam auftreten?

Traditionell wird die Beziehung von Kunst und Politik von einem Widerspruch beherrscht: auf der einen Seite steht die Autonomie der modernen Kunst, auf der anderen Seite der Anspruch auf Engagement und gesellschaftliche Relevanz. Sind diese klassischen Gegensätze im heutigen Russland so überhaupt aufrechtzuerhalten?

Die teilnehmenden Künstler werden ihre durchaus unterschiedlichen Sichtweisen auf diese Fragestellungen anhand der Vorstellung einiger ihrer durchgeführten Projekte und Aktionen vorstellen.