Dr. Karl-Heinz Gerstenberg, MdL

Pro & Contra zur Stiftungsuniversität Dresden

Stiftungsuniversitäten werden zunehmend zu einem Modell der Hochschulreform. Mehr oder minder hoffnungsvoll wird damit das Vorbild unternehmensähnlich geführter Universitäten in Großbritannien oder den USA verbunden. Entscheidende Vorteile des „Wissenschaftsmanagements“ an Stiftungsuniversitäten werden von den Befürwortern vor allem bei den zügigeren Entscheidungen starker Hochschulleitungen und der leichteren Einwerbung privater Mittel durch Zustiftungen gesehen. Gegner der Stiftungsuniversität sehen bisherige Partizipationsmöglichkeiten eingeschränkt und die Freiheit von Forschung und Lehre durch eine Ökonomisierung der Hochschullandschaft gefährdet.

Für die TU-Dresden wird die Umwandlung in eine Stiftung öffentlichen Rechts seit geraumer Zeit diskutiert. In Hochschulöffentlichkeit wie Politik ist jedoch noch weitgehend unklar, was eine Stiftungsuniversität für die TU-Dresden wirklich bringt. Steigt der Stellenwert freier Forschung und Lehre oder müssen sich künftig wissenschaftliche Belange ökonomischen Erfordernissen unterordnen? Wie groß ist die Chance auf ökonomische Unabhängigkeit durch Zustiftungen? Bleiben gewohnte Mitwirkungsrechte von Hochschullehrern, Mitarbeitern und Studierenden erhalten oder wird das Schicksal der TU durch eine übermächtige Hochschulleitung bestimmt?