Schwerpunkt meiner derzeitigen Aktivitäten im Bereich der Hochschulpolitik ist die Auseinandersetzung mit der großen Hochschulgesetznovelle der sächsischen Koaltionsregierung. Leitlinien meiner Arbeit im Hochschulbereich sind die Herstellung von Bildungsgerechtigkeit, die Förderung von Bildungsautonomie sowie die Erhöhung der Studierendenzahl in Sachsen. Das setzt eine Beseitigung der Unterfinanzierung sowie mehr Eigenständigkeit der Hochschulen voraus. Mit der Zuweisung von Globalhaushalten ist eine größere Kontrolle und Transparenz innerhalb der Hochschulen zwingend erforderlich. Der gesamte Haushalt einer Hochschule muss der Kontrolle entsprechender Gremien unterliegen.
Die Diskussion neuer Wege im Bereich der Hochschulpolitik ist mir ein Anliegen. Mit der Moderation einer Veranstaltung über das Konzept der Stiftungsuniversität gelang es uns, Vor- und Nachteile dieses Modells einer breiteren interessierten Öffentlichkeit transparenter zu machen. Solange die Bildungsgerechtigkeit gewährleistet ist, bin ich offen für neue Finanzierungsmodelle wie Studienkonten, Bildungssparen oder Bildungskredite. Dies schließt für mich allerdings ganz klar direkte oder versteckte Studiengebühren aus.
Die Mitbestimmung der Studierenden ist über eine Mitarbeit in diesen Gremien sowie eine verstärkte Leistungsevaluierung der Dozenten unbedingt zu stärken. Meiner Meinung nach ist die Wahl der Dekane wieder ausschließlich in die Hand der Fakultäten zu geben. Die Hochschulleitung, die de facto von den Dekanen gewählt wird, sollte mit der Auswahl der Dekane nicht befasst sein. Autonomie und Demokratie an sächsischen Hochschulen sind kein Widerspruch, sondern pure Notwendigkeit.
In Zeiten der Europäisierung und Globalisierung müssen sich die sächsischen Universitäten und Fachhochschulen für ausländische Studierende öffnen und im innerdeutschen Wettbewerb bestehen. Die von der CDU-Staatsregierung beschlossenen überhöhten Gebühren bereits für die ersten studiumsqualifizierenden Sprachkurse und -prüfungen stellen dagegen eine kaum zu überwindende Barriere für viele ausländische Studierende dar. Studierende sind nicht nur ein Wirtschaftsfaktor in der Stadt. Studierende sind auch MultiplikatorInnen von Bildung, Wissenschaft und Internationalität. Sachsen braucht nicht weniger, sondern mehr Innovationspotenzial!
Ich vertrete eine grundsätzliche Offenheit des Masterstudiengangs für Bachelor-Absolventen ohne jede Zugangsbeschränkung.
Die Einführung des Teilzeitstudiums sowie die Verpflichtung der Hochschulen zu fachlich abgestimmten einführenden Veranstaltungen als Ergänzung bestehender Tutorien kann dazu beitragen, die Studienangebote besser an die Lebenslagen der Studierenden anzupassen, die Studienabbruchquoten insgesamt zu senken, die Studienzeiten zu verkürzen und die Studienqualität insgesamt zu steigern.