Dr. Karl-Heinz Gerstenberg, MdL

KERSTIN QUANDT -Grafiken-

EA "...depot..." 2003
Begrüßung durch Dr. Gerstenberg
Kerstin Quandt im Gespräch
Undine Materni

Im Regionalbüro des MdL Dr. Karl-Heinz Gerstenberg -grünland- auf der Hoyerswerdaer Str. 27 eröffnete am Freitag, dem 30.03.07 Kerstin Quandt mit einer Vernissage ihre Personalausstellung "Kleine Werkschau - Grafiken".

Schwerpunkt ihrer Arbeiten ist das Spiel mit bildnerischen Entwicklungen - in Form fantasievoller Aufzeichnungen von Bewegungsabläufen in Raum und Zeit. Merkmal ihrer Arbeiten ist eine Folge von verschiedenen, auseinander hervorgehenden Bewegungen auf Bildebenen, die schichtartig übereinandergelegt sind. Dichte und Zusammenballungen lösen Linien und dünne Farbschwünge ab. Thematisch legt sie in dieser Ausstellung Ihren Schwerpunkt auf Fluchtpunkte und den langwierigen und schmerzhaften Prozess von Häutungen. Mit Bilderfolgen (z.B. in "..haute volee..", 2003) geht sie einer inneren Harmonie und deren Balance nach. Für die Künstlerin geschieht das auch in der Arbeit. Dabei empfindet sie jeden Arbeitsschritt bei der Umsetzung am Material als einen Prozess von "häutungen" (Titel einer Bildfolge). Seit 1992 arbeitet Kerstin Quandt als freischaffende Künstlerin in Dresden, sie verbindet ihr künstlerisches Arbeiten mit ihrem Engagement mit ihrem Lehrauftrag für Druckgrafik an der TU Dresden an der Philosophischen Fakultät. Im Dezember 1989, in jener euphorischen Phase, in der öffentlich gesellschaftliche Veränderungen eingefordert wurden, gründete die Dresdner Künstlerin mit weiteren Malerinnen, Grafikerinnen, Plastikerinnen und Kunstkritikerinnen die »Dresdner Sezession 89 e.V.«.

Mit der Namensgebung wurde bewußt auf die historische Sezessionsbewegung Bezug genommen, in die Künstlerinnen kaum Zugang fanden.

Ein Zirkular gibt profilbestimmend Auskunft:

»Wir wollen unserem schöpferischen Potential Ausdruck geben, denn die heutige Welt braucht die weibliche Wahrnehmungsweise aus weiblichem Identitätsgefühl heraus. Als geistiger Ansatz verbindet uns die These von der inneren Notwendigkeit als Grundlage künstlerischer Äußerung«.

Kein Stil eint die Gleichgesinnten, sondern die Kunst an sich. Somit ist die »Dresdner Sezession 89« keine radikale Feministinnengruppe, denn der geistige und künstlerische Austausch mit Frauen wie Männern wird gesucht. Die Vielschichtigkeit der Handschriften, die Differenzierung der Altersstruktur und die damit einher gehende Gegensätzlichkeit von weltanschaulichen Positionen und sozialen Erfahrungen ermöglichten produktive Spannungen und Reibungen, die notwendige Voraussetzungen für ein gegenseitig befruchtendes Miteinander waren.

Im Rahmen der Ausstellungseröffnung las Undine Materni aus "friedas himmelfahrt". Die Dresdner Autorin war im Jahr 2000 die Gewinnerin des Literaturwettbewerbes des Mitteldeutschen Rundfunks.

Biografie Kerstin Quandt