Für den 12.Februar 2010 hatte das Kulturbüro Sachsen e.V gemeinsam mit der HATIKVA-Bildungs-und Begegnungsstätte für jüdische Geschichte und Kultur Sachsen e.V., dem Alternativen Kultur-und Bildungszentrum Sächsische Schweiz e.V., dem Netzwerk für Demokratie und Courage – Regionalstelle Dresden sowie der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit und dem AK Mythos Dresden zu einer Gedenkveranstaltung mit Kranzniederlegung an der Gedenktafel am Dresdner Bahnhof Neustadt eingeladen.
Karl-Heinz Gerstenberg folgte gemeinsam mit weiteren Mitgliedern der grünen Landtagsfraktion dieser Einladung und legte an dem historischen Ort einen Kranz nieder.
Der Bahnhof Dresden-Neustadt war Ausgangspunkt für Deportationszüge ins Ghetto Riga und Theresienstadt sowie ins Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau. Eine Gedenktafel am rechten Eingang des Bahnhofs ist heute das einzige öffentliche Zeugnis in der Stadt Dresden, welches an die Deportationen erinnert. Bis heute haben Stadtspitze und die konservative Koalition im Dresdner Rathaus diesen Ort ignoriert. Das Bündnis will diese Ignoranz nicht länger akzeptieren und statt dessen in einer offiziellen Veranstaltung an die nationalsozialistischen Deportationen und den Massenmord an Jüdinnen und Juden, Sinti und Roma sowie anderer verfolgter Menschen erinnern und gedenken.
Allein aus dem Deutschen Reich wurden zwischen Oktober 1941 und Mai 1945 mehr als 130.000 Jüdinnen und Juden in zahlreiche Ghettos und Vernichtungslager deportiert.
Am 16. Februar 1945 war ein weiterer Transport aus Dresden geplant. Das Bombardement vom 13./14. Februar 1945 rettete den letzten in der Stadt verbliebenen Jüdinnen und Juden das Leben.
Mit der Gedenkveranstaltung wollten die Teilnehmer auch darauf hinweisen, dass dieser historische Ort als Aufmarschort für Neonazis in Dresden unbedingt abzulehnen ist. Wir glauben, dass die Menschenwürde und das Andenken an die Ermordeten und Überlebenden des Holocaust in besonderer Weise geschützt werden muss.
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