Dass "Auf und davon" wie ein Steh-auf-Männchen zu wippen und gleichzeitig zu beiden Seiten aus dem Bild zu laufen scheint, ist ob des flotten Striches und des Themas vielleicht nur wenig verwunderlich. Aber selbst die Träumende ist trotz der Ruhe, die sie ausstrahlt, nicht still. Gedanken kreisen und umfassen den ganzen Körper. Jede Faser - jeder Muskel scheint am Traum beteiligt. Nur das Auge - sonst gewöhnlich als Unruhepol der Träumenden ausgemacht - ruht. UNd so verbindet jedes Blatt Ruhe und Sturm, Bewegung und Stille, Mechthild Mansel läßt Karyatiden tanzen und den Tänzer im Drehsprung gleich einer Statue verharren.
Über 30 Gäste kamen zur Vernissage der Dresdner Künstlerin. Musikalisch wurde diese umrahmt von Andreas Scotty Böttcher auf seinem Vibraphon. Der Meister der Improvisation verzauberte mit mal sphärischen, mal sehr irdischen schweren Tönen. Bewegte und entspannte die begeisterten Zuhörer.
Schließlich wurde es dank Ulrike Scheffler, der Geschäftsführerin des Neuen Sächsischen Kunstvereins sehr politisch. Ulrike Scheffler rief in ihrer Laudatio die tatsächliche Situation der bildenden Künstler ins Gedächtnis des Publikums. Vor allem die bildenden Künstlerinnen lebten nicht selten am oder gar unter dem Existenzminimum, versuchten sich mit Kursen über Wasser zu halten und bekamen zu großen Galerien doch nur selten Zugang. Der alltägliche Kampf - so Scheffler - hinterläßt natürlich auch Spuren in der Person und in der Kunst.
Mechthild Mansel ist an sich schon ein "ständig unter Hochdruck stehender Dampfkessel" (Steffen Fischer, 10.5.2010 im Katalog "Halbzeit"). Doch diese Energie, diese Leidenschaft und Ungeduld ist gepaart mit Aufmerksamkeit, Sensibilität und menschlicher Wärme. Genau diese Symbiose findet sich in ihren Arbeiten.
Die Ausstellung ist vom 9. Juni bis 30. Oktober im grünland täglich von 10 bis 15 Uhr zu sehen.
zurück zu Veranstaltungen