Dr. Karl-Heinz Gerstenberg, MdL

Am Dienstag, dem 23. März 2010, eröffnete Dr. Karl-Heinz Gerstenberg vor ca. 70 Besuchern die Ausstellung "Wasser-Sand-Natur Volumen 13" von Florian Keller. Die Vernissage begleitete Alwin Weber mit elektronischen Klängen.

Wenn man sich Florian Kellers Biographie betrachtet und die lange Liste seiner Ausstellungen, wird man als Einladender in einen kleinen Zwiespalt getrieben zwischen Stolz und Scheu: Stolz, dass ein Künstler, der schon in alle Himmelsrichtungen gereist ist und in so vielen Ländern und namhaften Galerien ausgestellt hat, sich für diese kleine Bürogalerie entschieden hat; und ein wenig scheu, ob diese Räumlichkeiten der Kraft der Bilder gewachsen sind.
Reisen, Verweilen, verschiedene Himmelsrichtungen und damit auch verschiedene Perspektiven, Stolz und Scheu, Kraft und Sensibilität – so unterschiedlich diese Begrifflichkeiten sind, so lässt sich damit doch das Schaffen Florian Kellers kennzeichnen.
Seine Arbeiten sind feingliedrig, scheu. Gleichzeitig aber auch wieder von einer Intensität, ja geradezu Wucht, dass man als oberflächlicher Betrachter verstört ist.  Doch weicht diese Verstörung einer Erhellung, wenn man sich aufmacht, um in sie einzudringen. Dann erfährt man, dass man teilhaben darf an den Reisen von Florian Keller. Denn seine Arbeiten sind - mal sehr offensichtlich wie bei Bild 7 "Erinnerungen an Lascaux" oder Bild Nr. 3 "Spuren-Bewegung-Klang",
mal versteckt in der Verwendung von Materialien wie in Bild 11 "L' île inconnue" (Die unbekannte Insel – im Übrigen auch der Titel eines Stückes von Berlioz) - Auseinandersetzungen mit Erlebnissen auf seinen Reisen durch Raum und Zeit.

Dabei dominieren Sand, Holz und Wasser – Elemente/Materialien, die treiben oder getrieben werden, die einem zart und vergänglich begegnen können, in manchen Augenblicken aber auch eine unfassbare Kraft entfalten.
Daran erinnert das zarte, idyllisch erscheinende Bild Nr. 4 "Flut".  Aber dieser Antagonismus von Idylle und Leid war ja real erlebbar – vielleicht erinnern sich einige von Ihnen an den August 2002.  Als die Elbe endlich nicht mehr stieg und sich an diesem Sommermorgen die Sonne und der klare Himmel in den Fluten spiegelten und über der Stadt nur ab und an Vogelgezwitscher zu hören war...zart und fein. Still wie dieses mächtige Bild.
Ja, die Bildwelten von Florian Keller sind ungemein vielseitig, in ihren Themen, in ihrer Perspektive und ihrem Stil. Was sie eint, sind die Offenheit, die Dynamik, die der Malerei aber auch dem Endwerk innewohnen; und es ist der innige Bezug zu den Elementen, zur Natur. Ein Bezug, der auch für die Person Florian Keller weisend ist und ihn vielleicht deswegen auch das Wagnis „Ausstellung in einem grünen Abgeordnetenbüro“ eingehen ließ.
Die Annäherung an die Natur, an ihren Rhythmus, an ihre Kräfte – in voller Kraft führen dies das intensive Bild Nr. 10 "Floral"- eben erst entstanden und v.a. das mächtige, Raum greifende und doch zurückhaltende Bild "L' île inconnue", Nr.11 auf... führen den Betrachter ein. Und dies dürfte gelingen - spielen doch Raum udn zeit bei deisem versuch mit. Denn welch schöneren Zeitpunkt, diese Bilder zu zeigen, kann es denn geben – als jetzt in den ersten wirklichen kraftvollen Frühlingstagen.
Die Arbeiten Florian Kellers sind so vielfältig wie die Natur, so unsortierbar und so vielseitig zu betrachten. Verschiedene Materialien fügen sich zu wunderbaren Einheiten zusammen und heben sich doch nicht auf. Vielmehr unterstreicht ein jedes Material die Wirkung des anderen. So wie ein Wassertropfen durch einen Lichtstrahl in einen Diamanten verwandelt wird und dennoch Wassertropfen bleibt.

Biografie:

1953        in Karlsruhe geboren
1973–1975    Kunstschule Eskilstuna (Schweden)
1975        Umzug nach London
seit 1976    freischaffend
1976–1977     Reisen und Ausstellungen in England, Belgien, Holland, Skandinavien, Frankreich, Spanien
Prägend die Bilderreise durch Afrika 1978–1983
1984         Italienaufenthalte
1985         Aufbau eines Ateliers in Volvic, Frankreich
1986         Mitglied im Künstlerbund der Auvergne
1990         Reise in die Sowjetunion
1996         Reise in die USA und Mexiko
1997         Indienreise, Israelaufenthalt
1998         Reise und Ausstellung in China
2001         Mitglied im Neuen Sächsischen Kunstverein
2006         Workshop Toskana

Florian Keller stellte in London Brügge, in Namibia, Zimbabwe, China und vor allem auch Frankreich aus. Berliner Galerien wie auch Dresdner, und Chemnitzer haben ihn kennengelernt...

 

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