
Die sächsische GedenkstättenlandschaftSeit Februar 2008 besuch(t)e ich in loser Folge verschiedene Gedenkstätten in Sachsen - befand und befinde mich so zu sagen auf Gedenkstättentour. Dies und die dazugehörige Gespräche mit Opferverbänden und Fördervereinen setze ich auch in der aktuellen 5. Wahlperiode des Sächsischen Landtages fort. So traf ich mich im Januar 2010 mit Vorstandsmitgliedern des Frauenkreises der Hoheneckerinnen. Im Februar besuchte uns der Generalsekretär des Zentralrates der Juden Stefan Kramer im Sächsischen Landtag. Kurz zuvor war der ZdJ wieder in die Gremien der Stiftung Sächsische Gedenkstätten zurückgekehrt. In einem sehr offenen und interessanten Gespräch wurden auch die offenen Probleme, aber auch Lösungsmöglichkeiten der derzeitigen Stiftungsstrukturen und Gesetzesreglungen erörtert. Ausgangspunkt war - wie auch in meinem Redebeitrag zur Aktuellen Debatte des Sächsischen Landtages zum Sächsischen Gedenkstättengesetz verdeutlicht - die Auffassung, dass in der Stiftungsgesetzgebung sowie der strukturellen und finanziellen Gesatltung der sächsischen Gedenkstättenlandschaft dringend Handlungsbedarf besteht. Gleichzeitig war klar, dass jeder parlamentarischen Initiative eine genaue Kenntnis der Situation vor Ort, der jeweiligen Ansichten, Bedenken etc. zum Gegenstand vorausgehen muss. Aus diesem Grund und aus einem grundsätzlichen Interesse an der Thematik sowie der sächsischen Gedenkstättenlandschaft heraus begab bzw. begebe ich mich noch auf eine Gedenkstättentour. Vor Ort gilt es in verschiedenen sächsischen Gedenkstätten und Erinnerungsorten das Gespräch mit Mitarbeitern, Wissenschaftlern, Förder- und Opfervereinen sowie lokalen Initiativen zu suchen. (siehe auch PM vom 07.02.2008) Bei den Gesprächen ging/geht es um die jeweiligen Konzeptionen, etwaige Hindernisse bei deren Umsetzung, um Alleinstellungsmerkmale, Fördermöglichkeiten, die Einbindung in die bundesdeutsche Erinnerungslandschaft und speziell auch um die Wirksamkeit/die Auswirkungen des Sächsischen Gedenkstättengesetzes/Sächsischen Stiftungsmodells. Ist beispielsweise eine unechte Stiftung mit der daraus resultierenden Abhängigkeit von der jeweiligen Haushaltslage überhaupt ein geeignetes Modell für die komplexen Aufgaben der Gedenkstätten, v.a. im bildungspolitischen Bereich? Welche Kritikpunkte haben die jeweiligen Akteure am derzeitigen Gesetz? Welche Erfahrungen haben sie mit den vielschichtigen Formen und Wegen der Vergangenheitsbewältigung über die historischen Zäsuren hinweg, mit den gesellschaftlichen Debatten nach der politischen Wende von 1989/91, in denen versucht wurde, aus den zum Teil sehr unterschiedlichen Erinnerungskulturen in Ost und West eine kollektive Erinnerung zu schaffen? Welche Ansprüche werden seitens der Betroffenenverbände, seitens der Gesellschaft an die Gedenkstätten gestellt? Wie lässt sich bürgerschaftliches Engagement auf diesem Gebiet fördern? Die Tour begann am 12. Februar 2008 mit einem Besuch der Gedenkstätte Bautzen. Es folgten Besuche der Gedenkstätte Münchner Platz in Dresden am 15.Februar und des Ehrenhains in Zeithain am 28.Februar. In Torgau galt unser Interesse nicht nur dem der Stiftung zugehörigen DIZ, sondern auch der in Deutschland einmaligen Gedenkstätte Jugendwerkhof Torgau, die aufgrund ihres Alleinstellungsmerkmales und der allgemein anerkannten herausragenden Bedeutung für die politische Bildung sowie als einzige Anlaufstelle für dieses spezifische Opfergruppe evtl. demnächst auch seitens des Bundes gefördert wird. Zahlreiche Kleine Anfragen veranlassten das SMWK zu mehr Transparenz in seinen Entscheidungen und konnten auch dei Fördervereine mit Informationen versorgen, die ihnen zuvor nicht zugänglich waren. No singlePid defined |
Karl-Heinz Gerstenberg vor Ort in den GedenkstättenKleine Anfragen zur Stiftung Sächsische Gedenkstätten
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