Auch in Chemnitz erhielt das Angebot, mit Fachleuten und Politikern über die Bedeutung der sächsischen Denkmallandschaft und deren Erhalt vor Ort zu diskutieren große Resonanz. Über 50 interessierte und engagierte Fachleute, Akteure, Bürgerinnen und Bürger aus Chemnitz diskutierten am 27. September über zwei Stunden lang über die Spezifika im südwestsächsischen und speziell im Chemnitzer Raum.
Zunächst führte Karl-Heinz Gerstenberg mit einem Vortrag zur historischen Entwicklung des Denkmalschutzes in Sachsen, zur aktuellen Landesgesetzgebung sowie den aktuellen Diskussionen um die Gesetzesnovellierung im Denkmalschutz ein. Daraus entwickelte sich auf dem Podium schnell eine befruchtende Diskussion, die die unterschiedlichen Aspekte des Denkmalschutzes herausstellte.
Für den Landtagsabgeordneten Gerstenberg waren die Ausführungen von Thomas Morgenstern, Untere Denkmalschutzbehörde Chemnitz, zu Alltagsproblemen und Zuständigkeiten beim Denkmalschutz erneut hilfreich und bestätigte die Auffassung, dass insbesondere die vorgesehene Klassifizierung von Denkmalen verheerende Folgen für die gebaute Kulturlandschaft Sachsen haben würde.
Frank Kotzerke, Sprecher des Stadtforums Chemnitz, wies darauf hin, dass gerade der Chemnitzer Raum mit seiner Industriearchitektur und gründerzeitlichen Bebauung im Vergleich zu den anderen Ballungsräumen in Sachsen überdurchschnittlich viele Kategorie-2-Denkmale haben würde.
Ein Hinweis, der so schon in Görlitz kam, was schon jetzt Rückschlüsse auf dei gesamtsächsischen Auswirkungen zuläßt: Der weitaus größte Teil sächsicher Kulturdenkmäler wird negativ von der geplanten Novellierung getroffen.
Moderiert von Thomas Lehmann, Fraktionsvorsitzender und kulturpolitischer Sprecher der Grünen Stadtratsfraktion in Chemnitz, mischte sich anschließend auch das Publikum rege in die Diskussion ein. Dabei wurde unter anderem die Frage aufgeworfen, weshalb es überhaupt zu einer Novellierung der bisher mustergültig angesehenen Denkmalgesetzgebung in Sachsen kommt und welches Leitbild hinter den Bestreben der CDU/FDP-Landesregierung steht.
Karl-Heinz Gerstenberg schloss die Diskussion mit der Aufforderung an alle Interessierten, sich weiterhin wachsam und rege in die öffentliche Debatte einzuschalten, nach seinen Worten ist die fragwürdige Gesetzesüberarbeitung „zwar vom Tisch, aber jetzt erstmal in die Schublade gewandert“.