Am Donnerstag, dem 07. Februar 2008, eröffnete Dr. Karl-Heinz Gerstenberg vor ca. 50 Besuchern die Ausstellung ...es leuchten die sterne... von Hans-Joachim Hennig.
Anlässlich der Vernissage trug die Sängerin Sabrina Schneider begleitet von Derek Henderson, den populären Titel „Es leuchten die Sterne“ vor, der zugleich Titel der Ausstellung ist.
Hans-Joachim Hennigs Weg zur Künstlerischen Gestaltung war alles andere als geradlinig. Nachdem er sich nach einer Ausbildung zum Krankenpfleger und dem obligatorischen Wehrdienst erfolglos um ein Studium der Malerei und Graphik in Berlin-Weißensee bemühte, wählte er zunächst den theoretischen, eher passiven Zugang zur Kunst. Er studierte an der Universität in Leipzig Kulturwissenschaft und Kunstgeschichte. Im Anschluss daran arbeitete er 4 Jahre lang für den Gewerkschaftsbund im Leipzig. 1974 dann verschlug es ihn nach Dresden in das Amt für industrielle Formgestaltung – bis 1989. Wenngleich Hennig hier nicht selbst künstlerisch tätig wurde, so hinterließ die langjährige Arbeit in der Designförderung doch Eindrücke, Spuren, die man in seinen heutigen Arbeiten finden kann.
Das Jahr 1989 bedeutete für Hans-Joachim Hennig, wie für viele von uns einen ganz besonderen Einschnitt. Seine sichere Arbeit verlierend, entdeckte er sein Bedürfnis, künstlerisch zu arbeiten und damit seine persönliche Freiheit wieder. Schon 1990 trat er mit ersten eigenen Arbeiten künstlerisch an die Öffentlichkeit. Eigen – denn direkte Vorbilder erkennt man nicht und benennt Hennig auch nicht.
Hennig saugt vielmehr alles auf, was ihm seine Umgebung bietet. Inhaliert das Geschehen, um dann all dies wie den Rauch seiner Pfeife in seinem Körper, seinem Kopf wirken und entfalten zu lassen. Und erst dann verbildlicht er die inneren Bilder auch für die Außenwelt.
Es entstehen Arbeiten, die den Betrachter vielleicht nicht sofort für sich begeistern, vielleicht gar ob ihrer Düsternis, ihrer Schwere – auch materiellen Schwere (wie Bild 5 Picknick im Winter) erschrecken, aber sie lassen niemanden neutral im Raum stehen. Aber um in sie einzudringen, muss man selbst aufbrechen, sich auf eine Reise in die fasrigen, farbigen Geflechte einlassen. Reisen – wie es Hans-Joachim Hennig in vollen Zügen seit der großen Wende in seinem Leben tut.
Hennig reist quer durch die Welt. So führt ihn beispielsweise ein Austauschprogramm mit dem Kollektiv des Kultur- und Kunstvereins Reiter nach Südamerika. Ausstellungsbeteiligungen in Bogota und Quito waren ein Ergebnis davon.
Hans-Joachim Hennig war Mitherausgeber eines der kreativsten Dresdner Projekte der Nachwendezeit: des Kulturjournals „ReiterIn“. Es folgten Ausstellungen in verschiedenen Dresdner Galerien, darunter natürlich auch im ReiterIn, aber auch der Galerie am Damm, im Kulturrathaus Dresden.
Hans-Joachim Hennig, Jahrgang 1945 scheint ein Grübler zu sein, voller Wissen um die Dinge der Kunst. Seine Bildinhalte wirken nur zu einem kleinen Teil real. Gerade seine Mischtechniken, die auch hier vertreten sind, entfalten ihre Wirkung erst durch intensives Schauen. Oft sind seine Bilder eher Anregungen, Andeutungen, wie auch folgerichtig eines seiner hier ausgestellten Werke benannt ist.
Schwerpunkt seines Schaffens sind die Randzonen unseres Lebens, vor allem die Suche nach utopischen Lebensentwürfen, die er künstlerisch verarbeitet.