Dr. Karl-Heinz Gerstenberg, MdL

Richard Anders und Andreas Hegewald lesen aus "Niemands Auge"

Das in der BUCHENpresse 2006 erschienene Buch "Niemands Auge"

Texte: Richard Anders, Grafik Andreas Hegewald

wird am Sonntag, den 10.12.2006 im grünland, Regionalbüro Gerstenberg von Richard Anders und Andreas Hegewald vorgestellt

 

Richard Anders wurde am 25. April 1928 in Ortelsburg in Ostpreußen (heute Szczytno, Polen) geboren. Über seine Kindheit und Jugend berichtet eindrucksvoll sein autobiographischer Roman "Ein Lieblingssohn". Bereits 1953-54 erschienen seine ersten Veröffentlichungen in der finistischen Zeitschrift "Zwischen den Kriegen". Wichtig für seine Orientierung waren in dieser Zeit seine Begegnungen mit Hans Henny Jahnn. Sein 1953 begonnenes Studium der Germanistik und Geographie(Münster und Hamburg) schloss er 1959 mit einer Arbeit über "Sprache und Szenenführung in den frühen Dramen von Hans Henny Jahnn" ab. Anders arbeitete danach u.a. Deutschlehrer in Athen, als Dokumentationsjournalist für die Zeitschrift "Der Spiegel" und die Tageszeitung "Die Welt" und als Archivangestellter in Hamburg. In der Zeit seines Deutschlektorats an der Universität Zagreb (1962-64) kam er in Kontakt mit dem in Paris lebenden kroatischen Dichter Radovan Ivsic, der ihn zu den Zusammenkünften der Pariser Surrealistengruppe im Café »La Promenade de Vénus« einlud. Hier prägten v.a. die Begegnungen mit André Breton.

Der bekennenden Breton-Verehrer Anders lebt seit 1970 als freier Schriftsteller in Berlin, wo er mit Johannes Hübner, Lothar Klünner und Joachim Uhlmann lange Zeit eine Art surrealistischer Interessengemeinschaft [das Wort »Gruppe« wäre übertrieben] bildete. Seit Anfang der 60er Jahre machte Anders immer wieder Versuche mit dem automatischen Schreiben und anderen surrealistischen Techniken, sowohl in der Lyrik als auch der Prosa. Dabei flossen und fließen in seine Arbeit Einflüsse der untergegangene Welt des ostpreußischen Großbürgertums, aus der Erforschung der eigenen Innenwelt durch Methoden westlicher Therapien wie asiatischer Spiritualität, aber auch aus Experimenten mit halluzinogenen Drogen und der intensiven Begegnung mit dem französischen Surrealismus ein. ZU den beeindruckendsten Werken zählen neben "Marihuana Hypnagogica" (1997) seine Arbeit über die literarische Impression "Wolkenlesen. Über hypnagoge Halluzinationen, automatisches Schreiben und andere Inspirationsquellen" (2003).

1998 war Anders der erste Preisträger des Wolfgang-Koeppen-Preises der Stadt Greifswald.

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